Wie das Weib sich mürrisch gibt,
freudlos – in Blick und Worten,
so lehrt den Mann die Vögelmär,
sich phallüstern zu bequemen:
„Mann müsse Frau nur richtig nehmen.“

Lendenheiß und herzbeklopft,
in wallendem Begehren,
so grabscht der forsche Dilletant,
lustvoll nach des Weibes Busen.
Begreifen? Küssen? Vögeln? Schmusen?

Die Berührung – ungelenk,
nicht wissend wie es wohlgefühlt,
wird peinlich und sekundenschnell,
vom Geschenk zur Panne, abgekühlt.

Ging es nur so leicht von Hand,
wie Hammerschlag und Saufen,
die Fähigkeit sich zu berühren,
kann Mann sich nicht erkaufen.

Die Poesie der Zärtlichkeit,
die Kunst sich zu begehren,
dieses hohe Liebeswerk,
lässt sich nicht schulisch lehren.

Da gilt es nicht zu gelten,
kein Wert hat hier Bestand,
sich lauschen riechen schmecken,
so raubt Mann den Verstand.

Wenn es gelingt, berührend sanft,
Verehrung auszudrücken,
in zweisam einiger Leidenschaft,
sich ineinander zu verstricken,
in Ehrfurcht dem Gefühlten,
mit allen Sinnen, Herz und Blick,
der Welt sich zu entrücken,
dann fühlet sich erotisch Glück.

Entblößte Geister, schamlos frei,
der Zauberei erliegen,
in Vertrautheit, absichtslos,
ergeben innigst lieben.

Wenn zwei in solchem Einklang ticken,
dann ist Sex weit mehr als F..(ups),
das Märchen von der Vögelei,
versiegt in schönster Lieberei.

 

 

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